PAPIER 24.4. - 27.6.2021

 

 

Stadtgalerie Villa Dessauer

Hainstr. 4a, 96047 Bamberg

Do - So 12-18 Uhr

 

***AKTUELL***ab Donnerstag, den 6.5. ist die Ausstellung mit Voranmeldung geöffnet (0951 87-1861 Do-So 12-18 Uhr)***Eine Anmeldung kann auch vor Ort erfolgen*** weitere Informationen, Bilder und Beiträge zur Ausstellung finden Sie auch auf unseren Social Media Kanälen***für aktualisierte Informationen zu unserem Begleitprogramm bitte auf dieser Seite weiter nach unten scrollen***

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Ab Donnerstag, den 6. Mai 2021 gelten folgende Regelungen der aktuellen Zwölften Bayerischen Infektionsschutz-maßnahmenverordnung (12. BayIfSMV).

Liegt der Corona-Inzidenzwert in Bamberg zwischen 50 und 100, ist eine vorherige Anmeldung per Telefon unter 0951 87-1861 Kasse Stadtgalerie Bamberg - Villla Dessauer während der Öffnungszeiten (Do-So 12-18 Uhr) erforderlich.  Zu einer eventuell nötigen Rückverfolgung muss ein Kontakt hinterlegt werden. Die Besucher*innen sind zum Tragen einer FFP2-Maske verpflichtet, der Mindestabstand von 1,5 m zueinander ist einzuhalten. Wir bitten Sie, die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen zu beherzigen. Die Besucherzahl wird begrenzt, so dass die geltenden Abstandsregeln eingehalten werden können. Die Belüftung mit Frischluft wird in den Ausstellungsräumen erhöht. Ausgeschilderte Rundwege helfen bei der Vermeidung von Kontakten. Es gibt die Möglichkeit zur Desinfektion der Hände. Bargeldlose Zahlung beim Ticketkauf ist erwünscht.

 

Herzlichen Dank für Ihr Verständnis. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Fotos © M. Jensen

PAPIER

 

Mediatisierung und Digitalisierung sind Schlagworte, deren Wichtigkeit gerade in den letzten Monaten immer wieder deutlich herausgestellt wurde. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Ausstellung zum Thema Papier eher ungewöhnlich. Dass Digitalisierung und Papier durchaus miteinander zu tun haben, zeigen etwa alte Lochkarten, als Startschuss für Rechenmaschinen.

 

Sei es als Instrument der Bürokratie, als Informationsträger (Urkunde, Zeitung, Geld), oder aufgrund seiner materialen Qualität (Backpapier, Hygienepapier) – Papier spielt als Medium und Material nach wie vor eine zentrale Rolle in unserem Alltag.

 

Doch Papier kann viel mehr! Das bezeugt schon seine eigene machtvolle Kulturgeschichte und Materialästhetik. Für viele Künstler seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist es autonomes Werkmaterial und eine wesentliche und primäre Substanz in ihrem Schaffensprozess. Die Ausstellung PAPIER richtet den Focus auf dieses Medium als Rohstoff und Träger des künstlerischen Ausdrucks. Es geht um Arbeiten aus Papier nicht auf Papier. Papier wird autonom und löst sich von seiner Rolle als Trägermaterial. Es wird zu einem unabhängigen künstlerischen Medium, das sich in allen Formen der zweiten und dritten Dimension gestalten lässt

 

Die eigene Materialität beinhaltet eine schier grenzenlose Vielfalt von physischen Bearbeitungstechniken, die die gewohnte Flächigkeit in körperliche Präsenz transformieren: schöpfen, falten, abformen, schneiden, zerstören, zerknüllen, prägen u.a. Traditionelle Begriffe wie Bild, Relief, Skulptur greifen bei den Resultaten kaum mehr.

 

Diese mannigfaltigen Möglichkeiten der Gestaltung demonstriert die Ausstellung anhand herausragender Werke, die direkt spezifische Intentionen und Strategien reflektieren. Die präsentierten Kunstwerke sind trotz der Unterschiedlichkeit ihres Kontextes durch die Materialkonnotationen des Papiers verbunden. Bis heute bleibt aktuell, warum und aus welchen formalen wie inhaltlichen Gründen sich KünstlerInnen für das traditionsreiche Papier als skulpturales künstlerisches Material entscheiden.

 

Gezeigt werden Arbeiten von Bernard Aubertin, Lore Bert, Lucio Fontana, Raimund Girke, Dorthe Goeden, Klara Hobza, Mohammed Kazem, Kyung Jin Kim, Via Lewandowsky, Aja von Loeper, Suska Mackert, Ulrike Möschel, Simon Schubert, Susanne Schwarz, Nadja Solovjev, Herbert Stattler, Günter Uecker, Johannes Volkmann, Andreas von Weizsäcker.

  

 

Fotos © Jensen

Begleitprogramm zur Ausstellung

PAPIER ist eine kuratierte Ausstellung sowie ein parallel dazu entwickeltes Interaktions- und Vermittlungsprogramm. Es wird dafür workshopartige Units geben, die in Reaktion auf einzelne Werke vor Ort und digital entstehen. Deren Ergebnisse werden wiederum Teil der Ausstellung. In Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg sind Studierende der Kunstpädagogik in das Projekt einbezogen.

 

Folgende KünstlerInnen beteiligen sich durch eine performative Vermittlungsarbeit: Klara Hobza, Johannes Volkmann, Franz Tröger, Stefan Roszak, Rolf-Bernhard Essig, Herbert Stattler.

 

Wir freuen uns, Ihnen ein umfangreiches Begleitprogamm zur Ausstellung anbieten zu können und sich dadurch auf ganz unterschiedliche Art und Weise dem Thema Papier als künstlerisches Ausdrucksmedium und den Werken der ausgestellten Künstler annähern zu können.

 

Unter der Rubrik "spot on" laden wir Sie ein, im Gespräch oder über einen Vortrag, sich mit unterschiedlichen künstlerischen Positionen auseinanderzusetzen. Ärmel hochkrempeln und selbst aktiv werden können Sie bei unseren Angeboten mit der Bezeichnung "hands on". Weiterhin können Sie Konzerte, Theateraufführungen und Lesungen zum Thema Papier erleben.


Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist im Museumseintritt enthalten (Kunstvereinsmitglieder haben freien Eintritt) . Aus aktuellem Anlass bitten wir um vorherige Anmeldung per Email: info@kunstverein-bamberg.de oder per Telefon: 0951 /68171. Bitte denken Sie auch an einen Mund-Nasenschutz.

 

SONNTAG 25.4. (14.30 – 16 UHR) Spot on: Herbert Stattler - Künstlergespräch mit Herbert Stattler und Notburga Karl

Coronabedingt musste die Veranstaltung abgesagt werden. Wir haben das Künstlergespräch für Sie aufgezeichnet.

 

SONNTAG 2.5. (14.30 - 16 Uhr) Spot on: Lucio Fontana, Dorthe Goeden, Günther Uecker - Experimentelle Führung

Veranstaltung abgesagt, es existiert ein digitales Vermittlungsangebot über Zoom (Bitte Schere und Papier bereithalten)

 

Meeting-ID: 986 0197 2184
Kenncode: Papier-21

 

Papier als Oberfläche kann der Haut ähneln. Wenn es hart auf hart kommt, gibt Papier nach. In der experimentellen Führung geben. Studierende ihren Einblick darauf, was sie an den KünstlerInnen der Ausstellung interessiert und warum es so ein angenehmer aber fragiler Werkstoff ist. Sie dürfen selbst Handanlegen – verschiedene Papiere erproben und dazu den Bedeutungsunterschied von einem gezielten Schnitt und einem schnellen Riss oder einer zufälligen Verletzung hautnah erfahren. Die Werke erhalten so eine zusätzliche Sinn(lichkeits)ebene.

SONNTAG 9.5. (16.30 – 17.30 Uhr)
Führung durch die Ausstellung Veranstaltung abgesagt

 


SONNTAG 9.5. (18 – 19.30 Uhr)
Aktivierung der Lochkarten „Zungenparade“ – ein Spieluhrkonzert mit Franz Tröger
Veranstaltung abgesagt

Was könnte in eine Ausstellung mit Papierkunst besser passen als ein Abend mit lochkartengesteuerten Spieluhren? Franz Tröger ist einmalig im Umgang mir Lochkarten. Er bespielt sie nicht nur, er stellt sie für eigene Kompositionen extra her. Diese Seite des Papiers ist damit eigentümliche Partitur – könnten Sie sich den Klang allein beim Anschauen von Lochfolgen vorstel len? Besser doch, sie werden von ihm „aktiviert“. Dazu erzählt er Neuigkeiten aus der Spieluhrwelt.

SONNTAG 9.5. (14.30 – 16 Uhr) 

Spot on: Simon Schubert, Ulrike Möschel, Aja von Loeper

Hands on: Falten, Frottieren, Furchen – Papier erinnert sich Veranstaltung findet statt


Treppenhäuser sind Orte ganz persönlicher Erinnerung, unheimlich oder erhebend. Das Treppenhaus der Villa Dessauer ist ein Besonderes und wurde Anlass für Simon Schuberts Faltungen. Mit eigenen Erinnerungen gepaart (am 9.5. ist Muttertag!) nutzen wir das Falten, Frottieren oder Furchen, um das Papier als bildhaften Träger von Erinnerungen oder Spuren kennen-zulernen und um die Arbeiten von Ulrike Möschel, Aja von Loeper in einem anderen Licht zu sehen.

Der geplante Workshop kann coronabedingt leider nicht in der geplanten Form stattfinden. Studentinnen der Kunstpädagogik von der Universität Bamberg stellen Interessierten stattdessen museumspädagogische Aktionssets zur Verfügung, um verschiedene Techniken der Papierbearbeitung vor Ort selbst zu erproben und stehen Ihnen für Einzelgespräche zur Verfügung. Diese Sets stehen allen Experimentierfreudigen danach dauerhaft in der Ausstellung zur freien Nutzung zur Verfügung.

Studentinnen der Kunstpädagogik mit Aktionssets zu Simon Schubert, Ulrike Möschel und Aja von Loeper, Foto © Jensen

SONNTAG 16.5. (14.30 - 16 Uhr) - Internationaler Museumstag
Papiertheater Johannes Volkmann „Unbezahlbar“
Veranstaltung findet nur bei gutem Wetter statt - Bei Regen muss die Veranstaltung leider ausfallen.


Papier als Bühne und Akteur: im Rahmen der Ausstellung wird die Gesellschaftsinszenierung „Unbezahlbar“ als interaktives Erzählstück aufgeführt werden. An einem gedeckten Tisch, bei dem alle Gegenstände mit Papier verpackt sein werden, nehmen die BesucherInnen Platz und werden so unmittelbar Teil des Stückes. Die Aufführung wird, mit begrenzter Personenzahl, im Freien, auf dem Parkplatz der Villa Dessauer, stattfinden. Wir bitten um vorherige Anmeldung unter info@kunstverein-bamberg.de. Die Teilnahme ist nur mit einem negativen Corona Test (bzw. mit Nachweis einer erfolgten Zweifachimpfung) möglich. Ein Corona Test kann auch vor Ort erfolgen. Wir stellen dafür kostenloses Testmaterial zur Verfügung. Die Teilnahme ist ebenso wie der Museumsbesuch an diesem Tag für alle frei!

SONNTAG 23.5. (14.30 - 15.30 Uhr)
Führung durch die Ausstellung

SONNTAG 30.5. (14.30 - 15.30 Uhr)
Spot on: Klara Hobza

Klara Hobza hält einen Vortrag über Papierflieger, deren Erfinder und ihren New Millennium Paper Airplane Contest. Die Künstlerin versucht zu erfassen, was die Einzelnen bewegte, sich dem Papierflieger erfinden und fliegen lassen hinzugeben. Es sind Geschichten wie die der Zapatista Frauen, die sich mit Papierfliegern gegen Militärangriffe wehrten, Koreanischer Kinder, die über die entmilitarisierte Zone Briefe an ihre Familie fliegen ließen, eines Boeing Ingenieurs, der einen Flieger mit dem perfekten Kollaps im Flug erfand, eines Londoner U-Bahn Fahrers, der die perfekte Kurve im Flug die Spirale mehrerer Stockwerke einer Tiefgarage herab übte und des Schuljungen Henderson der schrieb: "This paper airplane will fly through
the future of my life".

SONNTAG 6.6. (14.30 - 16 Uhr)
Papierfliegerwettbewerb

Ob es künftig noch Papierflieger geben wird? Als ausgerissene Buch- oder Heftseite in Situationen von Langeweile gibt es sie viel leicht künftig immer weniger, aber als eigener Sport behauptet er sich unter den überraschendsten Kategorien: Diese bringen Sie zusammen mit ihrem  Flieger natürlich mit! Dabei sind Sie Profi oder Laie – und werden in jedem Fall „siegen“, weil Sie dabei sind – an diesem nicht ganz alltäglichen Ereignis.

SONNTAG 13.6. (14.30 - 15.30 Uhr)
Spot on: Erwin Hapke

Sie Seele des Papiers - Matthias Burchardt gibt einen Einblick in den Kosmos des Weltenfalters Erwin Hapke.

SONNTAG 13.6. (16.30 - 17.30 Uhr)
Führung durch die Ausstellung

SONNTAG 13.6. (18 - 19.30 Uhr)
Papier wird Literatur: „Papiertiger und Hamstergut“

Sprichwörtliches aus dem Reich von Bütten, Papierosy und Wasserzeichen der Poesie. Dazu Kartonmusik. Die „Streifenhörnchen“ Rolf-Bernhard Essig und Franz Tröger nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn sie erzählen, wo der Papiertiger wohnt und was es mit dem Paper Moon auf sich hat. Und bei Doktor Essigs Sprichwortsprechstunde dürfen Sie
den Experten löchern.

Foto © Mathias Weinberger

SONNTAG 20.6. (14.30 - 16 Uhr)
Spot on: Andreas von Weizsäcker und Via Lewandowsky
Hands on: Belastungsproben und Wertneuschöpfungen

In der Arbeit "Soll und Haben" von Andreas v. Weizsäcker steckt ein wertlos gewordener Wert - Geld. Aus der Deutschen Mark entstehen architektonische Versatzstücke. Aus was wollen Sie Ihr eigenes Papier (wertneu)schöpfen?

SAMSTAG 26.6. (14.30 - 16 Uhr)
Hands on: Papier wird Musik - Workshop für Kinder

Im Workshop mit Stefan Roszak gibt es viel zu entdecken, was gern überhört wird – wie klingt Papier? Es ist vielfältig, nicht nur rascheln oder reißen – welchen Sound gibt es noch und wie wird er zusammen mit anderen zur Instrumentierung eines selbstkomponierten, wohl tonierten Musikstücks ganz anderer Art?

Foto © Stefan Bögel

SONNTAG 27.6. (14.30 - 16 Uhr)
Papierkonzert mit Stefan Roszak und WorkshopteilnehmerInnen

Die Ausstellung wurde gefördert durch: