PAPIER 24.4. - 27.6.2021

 

Stadtgalerie Villa Dessauer, Hainstr. 4a, 96047 Bamberg

Öffnungszeiten Do-So und feiertags 12-18 Uhr

 

Mediatisierung und Digitalisierung sind Schlagworte, deren Wichtigkeit gerade in den letzten Monaten immer wieder deutlich herausgestellt wurde. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Ausstellung zum Thema Papier eher ungewöhnlich. Dass Digitalisierung und Papier durchaus miteinander zu tun haben, zeigen etwa alte Lochkarten, als Startschuss für Rechenmaschinen.

 

Sei es als Instrument der Bürokratie, als Informationsträger (Urkunde, Zeitung), oder aufgrund seiner materialen Qualität (Backpapier, Hygienepapier) – Papier spielt als Medium und Material nach wie vor eine zentrale Rolle in unserem Alltag.

 

Doch Papier kann viel mehr! Das bezeugt schon seine eigene machtvolle Kulturgeschichte und Materialästhetik. Für viele Künstler seit der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts ist es autonomes Werkmaterial und eine wesentliche und primäre Substanz in ihrem Schaffensprozess. Die Ausstellung PAPIER richtet den Focus auf dieses Medium als Rohstoff und Träger des künstlerischen Ausdrucks. Es geht um Arbeiten aus Papier nicht auf Papier. Papier wird autonom und löst sich von seiner Rolle als Trägermaterial. Es wird zu einem unabhängigen künstlerischen Medium, das sich in allen Formen der zweiten und dritten Dimension gestalten lässt

 

Die eigene Materialität beinhaltet eine schier grenzenlose Vielfalt von physischen Bearbeitungstechniken, die die gewohnte Flächigkeit in körperliche Präsenz transformieren: schöpfen, falten, abformen, schneiden, zerstören, zerknüllen, prägen u.a. Traditionelle Begriffe wie Bild, Relief, Skulptur greifen bei den Resultaten kaum mehr.

 

Diese mannigfaltigen Möglichkeiten der Gestaltung demonstriert die Ausstellung anhand herausragender Werke, die direkt spezifische Intentionen und Strategien reflektieren. Die präsentierten Kunstwerke sind trotz der Unterschiedlichkeit ihres Kontextes durch die Materialkonnotationen des Papiers verbunden. Bis heute bleibt aktuell, warum und aus welchen formalen wie inhaltlichen Gründen sich KünstlerInnen für das traditionsreiche Papier als skulpturales künstlerisches Material entscheiden.

 

Gezeigt werden u.a. Arbeiten von Lore Bert, Lucio Fontana, Dorthe Goeden, Klara Hobza, Mohammed Kazem, Via Lewandowsky, Aja von Loeper, Ulrike Möschel, Simon Schubert, Herbert Stattler, Günter Uecker, Andreas von Weizsäcker, Lucio Fontana.

 

PAPIER ist eine kuratierte Ausstellung sowie ein parallel dazu entwickeltes Interaktions- und Vermittlungsprogramm. Es wird dafür workshopartige Units geben, die in Reaktion auf einzelne Werke vor Ort und digital entstehen. Deren Ergebnisse werden wiederum Teil der Ausstellung. In Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg sind Studierende der Kunstpädagogik in das Projekt einbezogen.

 

Folgende KünstlerInnen beteiligen sich durch eine performative Vermittlungsarbeit: Klara Hobza, Johannes Volkmann, Franz Tröger, Stefan Roszak, Rolf Bernhard Essig.

 

Wir freuen uns, Ihnen ein umfangreiches Begleitprogamm zur Ausstellung anbieten zu können und sich dadurch auf ganz unterschiedliche Art und Weise dem Thema Papier als künstlerisches Ausdrucksmedium und den Werken der ausgestellten Künstler annähern zu können.

 

  • Spot on: Bei "spot on" laden wir Sie ein, im Gespräch oder über einen Vortrag, sich mit unterschiedlichen künstlerischen Positionen auseinanderzusetzen.

 

  • Hands on:  Ärmel hochkrempeln und selbst aktiv werden können Sie bei unseren Angeboten unter der Rubrik "Hands on".

 

  • "On stage" können Sie Konzerte, Theateraufführungen und Lesungen zum Thema Papier erleben.

 

 

Das genaue Programm und die Termine werden in Kürze an dieser Stelle bekannt gegeben. 

 

Andreas von Weizsäcker, Schadenszeichen  Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017