Annette Voigt to do

 

26.09.2020 - 25.10.2020

Kunstraum Kesselhaus, Untere Sandstraße 42, 96047 Bamberg

 

Die in Erlangen lebende Künstlerin Annette Voigt entwickelt im Kesselhaus Bamberg eine raumgreifende Installation, die ausgehend von den Gegebenheiten des Raumes den Ort verändert und zu neuen Wahrnehmungen, bzw. eigenständigen Sinnzusammenhängen führt. Die Erforschung des jeweiligen Raumes ist ein essentielles Element in ihrer künstlerischen Herangehensweise: was charakterisiert den Raum, was sagt er aus, historisch, architektonisch, ästhetisch?

 

Im ehemaligen Kesselhaus wurde in mit Kohlen befeuerten Kesseln Wasser für die angrenzende Wäscherei erhitzt. Aktuell ist der Raum teilentkernt und dient als Ausstellungsort u.a. für den Kunstverein Bamberg. Früher wurde hier augenscheinlich schwer gearbeitet. Unter dem Titel to do umkreist Annette Voigt in dieser Installation das Thema Arbeit. Der mittlerweile eingedeutschte Begriff verweist auf das Tun, mit to do – Listen soll Unerledigtes effizienter abgearbeitet werden. Arbeit ist ambivalent besetzt, zum einen Mühe, aber auch Identifikationsmöglichkeit und Daseinserfüllung. So fühlen sich Arbeitslose oft nicht zur Gesellschaft zugehörig, weil sie nicht arbeiten. Es stellen sich Fragen nach dem Wert von Arbeit, ihrem Charakter, wie sie sich verändert hat, wie sie in Zukunft aussehen könnte. Überall im Kesselhaus sind Rohrteile, Schächte, Löcher, etc. noch sichtbar. Diesen Rohrresten fügt die Künstlerin neue hinzu, baut weiter mit einer Mauer aus Papiersteinen, lehnt imaginäres Arbeitsgerät an die Wände, zeigt einen Film, in dem sich Menschen die Hände waschen. Die Materialien, mit denen Annette Voigt arbeitet, sind der Alltagswelt entlehnt, erscheinen zunächst ‚kunstfern‘. Daraus konstruiert sie neue Objekte, Geräte, Einbauten – keine ready mades à la Duchamp. Diese verweigern sich einem konkreten arbeitstechnischen Gebrauch, entwickeln vielmehr ein eigenes, bisweilen augenzwinkerndes Spiel, das uns herkömmliche Vorstellungen von Arbeitswelten hinterfragen lässt.

  

Annette Voigt ist Kulturpreisträgerin der Stadt Erlangen 2018; sie hat in Nürnberg und Toronto Kunst studiert mit dem Schwerpunkt Bildhauerei.

 

 

 

Video (c) P. Heide

Fotos (c) Jensen

JAN MUCHE AGORA

 

28. Juni – 29. August 2020

Kunstraum Kesselhaus Bamberg, Untere Sandstraße 42, 96047 Bamberg

 

 

 Video (c) P. Heide

Fotos (c) M. Jensen

The Vapours

 

8. 2. - 1. 3. 2020

Kunstraum Kesselhaus, Untere Sandstraße 42, 96047 Bamberg

 

‘The Vapours’ is an out of use term that originally described certain mental or physical states such as hysteria, mood swings and nervousness - nowadays ‘a case of the vapours’ is used for comedic affect. The show uses this subtext and it's historical meaning to think about the body in the city within the situation of the former hospital washrooms of Kesselhaus. The artists have been invited by Kate Mackeson, current artist in residence at Villa Concordia, Bamberg.

 

"The Vapours" ist ein eher altertümlicher Begriff, der ursprünglich einen bestimmten mentalen oder physischen Zustand beschrieb, wie Hysterie, Stimmungsschwankungen und Angespanntheit. - heutzutage wird damit dramatische Spannung umschrieben. Die Ausstellung bezieht diesen Subtext und die historische Bedeutung mit ein, um im Zusammenhang mit dem Ort der Ausstellung, dem Kesselhaus und der Wäscherei des Alten Krankenhauses, Körperlichkeit zu thematisieren.

 

Die Ausstellung wurde von Kate Mackeson organisiert, 2019/20 Stipendiatin im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia. Kate Mackeson hat folgende Künstler zur Teilnahme eingeladen: Daphne Ahlers,Sarah Cameron, Beth Collar, Rosa Doornenbal, Natalie Price Hafslund, Alan Michael, Jonathan Penca, Christian Tonner, Nikhil Vettukattil, Barbara Wesolowska.

 

 

 

(stehend) Alan Michael, Sarah Cameron, Christian Tonner, Simon Bayer (Einführung), Natalie Price Hafslund, Barbara Weslowska, Beth Collar

(kniend) Daphne Ahlers, Rosa Doornenbal, Nikhil Vettukattil, Kate Mackeson, Foto (c) sundy

Performance von Beth Collar, Fotos (c) M. Jensen

Performance von Natalie Price Hafslund, Fotos (c) M. Jensen

Alle Fotos der Ausstellung (c) Gerhard Schlötzer