Markus Lüpertz: Fensterentwürfe für St. Elisabeth im Sand in Bamberg

Ausstellung der Entwurfskartons in Originalgröße

 

im Kunstraum Kesselhaus Bamberg, Untere Sandstr. 42, Eingang Leinritt

 

Veranstalter: Dompfarrkirchenstiftung St.Peter und Georg und Kunstverein Bamberg

 

Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick und

Oberbürgermeister Andreas Starke

 „Ich liebe diese Kirche“ mit diesem begeisternden Statement von Markus Lüpertz im Frühjahr dieses Jahres ist das Projekt neuer Kirchenfenster für St. Elisabeth in Bamberg in die entscheidende Realisierungsphase getreten. Die Entwürfe sind mittlerweile fertig gestellt und sollen nun der Öffentlichkeit präsentiert werden, nicht zuletzt um auch Spenden und Sponsoren für die Finanzierung dieses Großprojekts zu gewinnen. Immerhin handelt es sich um 8 große Maßwerkfenster, bis zu 5 Meter hoch und 1,50 Meter breit.

Markus Lüpertz, einer der renommiertesten deutschen Gegenwartskünstler hat in den letzten Jahren Fenster für verschiedene europäische Kirchen entworfen, u.a. die Fenster im Machabäerchor wie im Marienchor von St. Andreas in Köln.  Er ist mit  der Stadt Bamberg durch die Ausstellung seiner  Großplastiken im Jahre 2006 verbunden. Für St. Elisabeth im Sand, dem Aufstellungsort seines Apoll, hat er in Absprache mit Vertretern der Kirche und der Stadt eine Neuverglasung der Fenster vorgeschlagen: inhaltlich thematisieren sie Szenen aus dem Leben der Kirchenpatronin Elisabeth, denen jeweils Werke der Barmherzigkeit zugeordnet werden.  Im Maßstab 1:1 sind die jetzt vorliegenden Entwürfe Zeugnis von Lüpertz‘ bildgewaltiger künstlerischer Handschrift und können in ihrer visuellen expressiven Kraft als eigenständiges künstlerisches Statement gelten. Sowohl in der figürlichen Szenerie wie auch technisch mit klassischer Bleiverglasung ist bei aller zeitgenössischer Darstellungsweise ein direkter Bezug zur Tradition gegeben. Schon jetzt ist zu erahnen, dass sich die stark farbigen Fenster wunderbar in den historischen Raum von St. Elisabeth einfügen werden. Noch fehlt natürlich die Materialität von Glas und Licht, die in der Ausstellung im Kesselhaus beispielhaft anhand von 2 Scheiben (betende Hände, Teufelsköpfchen )  nachzuvollziehen ist. Diese Scheiben wurden dankenswerterweise  von der Firma Derix, Glasgestaltung, Taunusstein zur Verfügung stellt.

 

Markus Lüpertz war zur Ausstellungseröffnung anwesend.

Bilder von der Vernissage im Beisein von Erzbischof Ludwig Schick, Oberbürgermeister Andreas Starke, Prof. Bernd Goldmann und dem Künstler Markus Lüpertz (Fotos P.Groh, U. Kahle)

Besuch im Atelier Lüpertz / Teltow am 13.07. 2015

Spendenaufruf

Initiative Glasfenster Markus Lüpertz für die Kirche St. Elisabeth im Sand

 

Schirmherren: S.E. Erzbischof Dr. Ludwig Schick Oberbürgermeister Andreas Starke

 

Ein herausragendes Werk zeitgenössischer Glasmalerei in einem historischen Kirchenraum!

 

St. Elisabeth ist die ehemalige Spitalkirche einer bürgerlichen Sozialstiftung im Sand.

Der Chor wurde um 1400 errichtet, das bestehende Langhaus knapp 100 Jahre später. Bei der Instandsetzung des Inneren zu Ende des 19. Jahrhunderts wurde auch das erhaltene Chorscheitelfenster gestiftet, während die anderen 8 Fenster bis heute als lückenhaft, leer empfunden werden.

Der Anstoß Markus Lüpertz‘ diese Fenster zu gestalten, wird, weit über den Kirchenraum hinaus, Strahlkraft entwickeln.

 

Markus Lüpertz ist einer der renommiertesten deutschen Gegenwartskünstler. Seine Glasmalerei findet gerade wegen der prachtvollen Farbigkeit und der Dramatik der Figurenauffassung internationale Beachtung. Lüpertz ist Bamberg durch die Ausstellung von Großplastiken 2006 verbunden, am Chor von St. Elisabeth hat der Apoll seinen Platz gefunden.

 

Die Bamberger Kunstlandschaft ist reich, der Anteil an Gegenwartskunst aber eher arm! Die Realisierung der Kirchenfenster ist eine einzigartige Chance für Bamberg, das Weltkulturerbe auch in unsere Gegenwart zu tragen.

 

Helfen Sie mit und spenden Sie!

 

Konto der Dompfarrstiftung – St. Elisabeth

 

Sparkasse Bamberg

 

DE93 7705 0000 0578 3423 70

 

BYLADEM1SKB

 

Die Besucher der Ausstellung wurden mit einem besonderen Klangerlebnis konfrontiert, das der Musiker Christian Reinhard  hier zur Uraufführung brachte:

 

Die gläserne Elisabeth

 

(Endlosschleife für Sopran, Glas und Bass-Klarinette)

 

Nur wenige Werkstoffe haben das Leben so bereichert wie das Glas.

Glas veredelt Licht. Glas ist oft unsichtbar und kann trotzdem Schutz spenden und

Energie bewahren.

Sogar das Internet fließt offenbar schneller durch Glas.

Glas kann ewig sein.

Lüpertz hat in beeindruckender Weise den Geist und die Kraft Elisabeths in Glas gebannt.

Wie würde das alles nun aussehen, wenn ich blind wäre?

 

Das Gezeigte erzeugt in seiner Farbigkeit und Energie einen

geheimnisvollen Klang-Dschungel aus Glas in meinem inneren Ohr.

So wie man in ein gläsernes Gebäude hineinblickt, wollte ich mittels meiner Installation in die Seele der Hl. Elisabeth hinein hören. Es offenbart sich neben der vielzitierten Barmherzigkeit auch ein abgründiges Martyrium. 

 

Im vorliegenden  Soundtrack zur Ausstellung materialisiert sich  scheinbar auch die Stimme von Elisabeth......

Konrad von Magdeburg  und seine gestrengen Worte werden mit einer düsteren Bassklarinette intoniert. Er forderte von Elisabeth u.a. die Loslösung von ihren Kindern und ließ sie oftmals drakonisch bestrafen.

 

Markerschütternd ist für mich,  das mein kleiner Beitrag endet,  wenn das Netzkabel gezogen wird. Schall ist vergänglich. Das Glas bleibt! Ich weiß, dass IHNEN diese Dimension bewusst ist.  Ich hoffe,  dass die Fenster bis zum Ende der Zeiten Schutz und Geborgenheit spenden!

(Christian Reinhard)

 

Monika Teepe:            Sopran und Rezitation

Christian Reinhard:   Bassklarinette und Sounddesign

Monika Teepe und Christian Reinhard

Konzert von Monika Teepe und Christian Reinhard im Kesselhaus am 7.11. 20.30 Uhr

„electronic canto  lounge“    

 

 

„electronic canto“ kreiert eine Sphäre, wo klassischer Operngesang, hypnotisierende Grooves, elektronische  Klänge und zeitgenössische Musik verschmelzen. Dazu treten  smooth gespielte Bläsersätze und Saxophonlinien. Neben eigenen Ideen sind auch Werke von Puccini und Piazzolla Gäste.

Christian Reinhard, 1969 in Weiden geboren, studierte an der Hochschule für Musik und Theater in München.  Frühzeitig wurde er schon u.a. mit ersten Preisen beim Ambassador-Wettbewerb und vom  Arbeitskreis der deutschen Hochschulen und Konservatorien ausgezeichnet. Er war Stipendiat der Franz Grothe Stiftung und der Orchesterakademie des BR.

Nach seiner Zeit in Berlin als Soloklarinettist am Metropoltheater kam er 1999 nach Bamberg. Bei den Bamberger Symphonikern wird  er seither u.a. mit den solistischen Saxophon-Partien betraut und wirkte hierbei bei über 500 Konzerten, Rundfunk- und CD-Produktionen mit. Auch auf Bundesebene ist Reinhard in den großen Kulturorchestern

ein gern gesehener Gast. Er musiziert hier unter dem Dirigat bedeutender Namen wie z.B. Lorin Maazel, Christian Thielemann und Zubin Mehta.  Sein Saxophon erklang auch schon in der Carnegie-Hall in New York.

Christian Reinhard beherrscht neben den Instrumenten der Klarinetten- und Saxophonfamilie ferner das Querflötenspiel. So ist er inzwischen als Reed-Spieler bei den Musical-Produktionen im Freistaat eine feste Größe geworden.

Seit seinem 15. Lebensjahr arrangiert und komponiert der Grenzgänger; seine Kompositionen und Klanginstallationen  sind in jüngster Zeit auch in Bamberg öfter zu hören gewesen.

Es entstanden dabei auch Vertonungen und Installationen zu Werken der Kunst, eine Art Soundtrack zu den Exponaten, um damit die Wirkung des visuell Gezeigten zu unterstreichen, so Station Nr. 12   zu Bernd  Zimmer und Die gläserne Elisabeth zu Markus Lüpertz. Reinhard bewegt sich  stilistisch hierbei spielerisch zwischen zeitgenössischer Musik, Jazz, Popp, Klassik und Elektronik. Die Resonanz  darüber war so überwältigend, dass er zusammen mit der Sopranistin Monika Teepe im Sommer 2015 „electronic canto“ gründet.

 

Monika Teepe studierte Gesang an der Folkwang Hochschule in Essen bei Prof. Jakob Stämpfli, und privat bei Longin Apkalns.

Sie erhielt den Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg 1997 und den Wolfram von Eschenbach Förderpreis für besondere künstlerische Leistungen 2004.

Engagements als dramatischer Sopran führten sie u.a. an das Staatstheater Nürnberg, nach den Opernhäusern in Bremen, Bonn, Kiel, Erfurt, Wuppertal, Bern, Pfalztheater Kaiserslautern, zu den Schwetzinger Festspiele und den Wiener Festwochen. Dort sang sie viel Wagner, Verdi und Puccini. Monika Teepe hat eine besondere Affinität für Kammermusik und Lied. Ihr Repertoire von etwa 2000 Liedern umfasst alle wichtigen Liedkomponisten von der Renaissance bis zur Avantgarde.

Sie ist eine erfolgreiche Interpretin für Neue Musik mit über hundert teilweise für sie komponierten Uraufführungen, die oft von BR, WDR, SWR oder NDR aufgenommen wurden. Zuletzt sang sie die Grete Trakl in der Trakl Oper „Liebesfluch“ in der Uraufführung 2014 in Salzburg.

Mit Christian Reinhard arbeitet sie seit kurzem zusammen. Durch das Crossover von Klassik und Moderne in die Lounge- und Elektrotango- Musik, entsteht ein ganz neuer Stil.

Beide Musiker waren schon bei der Eröffnung des Kesselhauses im Juli zu hören.

 

Monika Teepe:          Sopran

 

Christian Reinhard:   Komposition, Sounddesign, Arrangement und Reeds

Die Klasse 4 aus Buttenheim beim Besuch der Ausstellung: Glasfenster von Markus Lüpertz

(Fotos Kahle)