Wiedereröffnung des Kunstraumes Kesselhaus

Wiedereröffnung des Kunstraumes Kesselhaus Samstag, den 18. Juli im Beisein von Oberbürgermeister Andreas Starke und Bürgermeister Dr. Christian Lange mit Festreden, Musik und einer Mitmach- Performance von Sebastian Giussani un Daniel Man "Wollfont".

Musik Christian Reinhard & Gesang Monika Teepe

Der Kunstverein Bamberg e.V., der Architekturtreff Bamberg und der Berufsverband Bildender Künstler Oberfranken e.V. werden den Kunstraum Kesselhaus wieder mit Ausstellungen der zeitgenössischen Bildenden Kunst beleben. Ein einzigartiges Angebot in Oberfranken.Zur spielerischen Rückeroberung des Raumes sind alle herzlich eingeladen, an der “Wollfront” mit  farbigen Bobbeln zu ballern. Sebastian Giussani & Daniel Man werden dazu das Kesselhaus in eine Raumskulptur aus Stacheldraht verwandeln.Der Verein Kunstraum JETZT! e.V.  bemüht sich weiterhin, um die dauerhafte Etablierung einer Heimat für Gegenwartskunst. Wir freuen uns über jeden neuen Unterstützer (1 €/Monat). Ein ganz großer Dank an alle Helfer, Aufsichten, Sponsoren und an alle privaten und beruflich politisch Aktiven, die sich für die Wiedereröffnung des Kunstraumes engagiert haben. Wir danken der Stadt Bamberg, dass sie im Kunstraum Kesselhaus drei + drei Jahre Gegenwartskunst ermöglicht.Öffnungszeiten 

Wiedereröffnungsfest mit der Sopranistin Monika Teepe, dem Musiker Christian Reinhard, den Vorsitzenden des Vereins Kunstraum JETZT: Dr. Ulrich Kahle und Christiane Toewe, Oberbürgermeister Andreas Starke bei seinem Grußwort

Christian Reinhard: Resurreccion, Tango Nr. 99 aus "100 Tänze um das Kesselhaus"


Auferstehung

 

Lange haben wir dich vermisst, du Stätte des Neuen!

Sei eine Zuflucht für kühne Gedanken und ungesehene Wunder.

Oh Bamberg! Nun sei gespannt auf das neue Blut in deinen Adern!

In deinen Adern!


Jaime Gajardo  -  Landschaft


20.Juni - 26. Juli 2015

 

Foyer des E.T.A.Hoffmann Theaters 

 

Die Landschaften des jungen Chilenen Jaime Gajardo treten in die Tradition großer Landschaftsmalerei. Ohne jede Staffage, frei zund menschenleer baut sich eine eigenwillige. flache Setzung der Farben zum Motiv auf, ausgerichtet oft auf einen tiefen Horizont unter dramatischen Himmeln. In seinen neueren Arbeiten schieben sich nun Massive und Formationen gestaffelt ins Bildfeld, in großer Dramatik von Dunkelheit und hellem Leuchten. Nur im Zentrum des Bildes scheint die Welt fokussiert, während sie zu den Seiten hin farblich abstrahiert verfließt. Motive verflüchtigen sich ganz wie eine verblassende Erinnerung von zartester Farbigkeit.

 

 


 

Chiloe, 300 x 500 cm, Öl auf Leinwand, 2010, Besitz des Künstlers

Bilder von der Vernissage am 20.Juni 2015 mit dem Gitarristen Bernhard Uhlenbruck und dem Künstler Jaime Gajardo

Rolf Fässer - Ding und Raum

Eine Ausstellung im Foyer des E.T.A. Hoffmann Theaters Bamberg

 

14.03.2015 - 22.04.2015

Der Berliner Künstler Rolf Fässer treibt ein malerisches Spiel mit dem Erscheinen von einfachen Dingen, von Landschafts- oder Architekturfragmenten. Ob Stuhl, Karton oder Eimer, das Fenster oder der ferne Gebirgszug – das Wiedererkennbare auf diesen Bildern ist so aus einem subtilen Farbgeschehen heraus entwickelt, dass der Eindruck entsteht, es würde sich durch ein Changieren zwischen Verdichtung und Auflösung selbst bilden. Mal spielen sich Dinge in den Vordergrund, dann wieder verschwinden sie auf geheimnisvolle Weise in den malerischen Tiefen transparenter Farbflächen oder atmosphärischer Auflösung.

Charakteristisch für Fässers Malerei ist eben dieser malerische Bildraum, der zusammen mit vereinzelten Gegenständen ein dynamisches Gefüge von Licht und Farbe schafft, das durch Linien, Formen und dunklen Schattenzonen in Spannung gehalten wird. Farbe greift über den Gegenstand hinaus, entfaltet sich frei oder setzt Akzente, die die atmosphärische Ausdehnung, das Nahe und Ferne, zurück an die Fläche bindet.

Raum ist in diesen Bildern kein topografisch bestimmbarer oder gar messbarer Raum, der Auskunft über das „Wo“ der Dinge, über ihre konkrete lokale Verortung gibt. Als ein diffus-transparenter, sich öffnender oder stellenweise verschließender Anschauungsraum birgt er neben Linien und markanten Formen das erkennbare Objekt, das sich einem lebensweltlich praktischen Bezug jedoch durch die Art seiner Darstellung entzieht. Frei, oft für sich allein stehend, ist es weder dienendes Werkzeug noch bestimmendes Bildmotiv; vielmehr vertritt es das dem Menschen dienende Zeug in einer zwischen Prägnanz und Unschärfe wechselnden Art des Erscheinens, die wie ein Echo das Vertraute belebt und in der Erinnerung neu verankert.


Dashdemed Sampil: Körper

Eine Ausstellung im Foyer des E.T.A. Hoffmann Theaters 22.1. - 8.3. 2015

 

 Dashdemed Sampil ist ein ruhiger Beobachter in einer chaotischen Welt. Seine Beobachtungen verdanken sich diesem ebenso einfachen wie starken Gegensatz. Seine Stärke liegt in diesem Gegensatz und wir können nur staunen, mit welcher Unerschütterlichkeit er seinen erschütternden Beobachtungen standhält.

Das ist das erste, womit sich jeder an Dashdemeds Bildern sofort und unausweichlich konfrontiert sieht: Diese verstörende Mischung aus Dünnhäutigkeit und Grobheit, dieses Ausgeliefertsein an ebenso rätselhaft wie unerbittliche Situationen, voller archaisch anmutender Erinnerung. Verlockung, Drohung, voller barbarisch sexueller Anspielungen. Grobschlächtige Figuren, deren anatomische Abweichungen und Deformationen umso beunruhigender erscheinen, als sie so selbstverständlich und ganz ohne Aufhebens daherkommen

 

Menschen werden nicht einfach gezeigt, sie treten in Erscheinung, in statischen, oft symmetrischen Bildräumen, wie durch ein Medium vermittelt. Dass sie dieses erst durchlaufen müssen, gibt den Bildern etwas Verhaltenes, Brütendes. In ihrer stillen Unterschwelligkeit begegnen sie uns mit der Wucht eines im Inneren glühenden Meilers. 

Den komplexesten Aspekt dieser Malerei aber bildet ihre aufwühlende Farbigkeit. Aus einer urtümlich und fremdartig anmutenden Intimität, mehr einer höhlenartigen Innenwelt als dem hellen Tageslicht entstammend, speist sich dieses unglaublich reichhaltige Kolorit. Wie im Innersten eines Meilers baut sich eine Glut auf unter bräunlich warmen Schichten, schimmert durch Risse, bricht sich in dramatischen

Eruptionen Bahn, erkaltet und erstarrt wie Magma an der Oberfläche, auch dort die schillernden, fahlen, kalten Spuren seiner Alchimie hinterlassend. Dashdemed Sampil arbeitet natürlich mit dem gleichen Material wie wir alle, doch angesichts seiner Bilder will man kaum glauben, dass solch ein Farbenreichtum, solch eine Fülle überraschender farbiger Wechselwirkungen, nicht den Rahmen jeder der gängigen Farbsystematiken sprengte.