Gerhard Rießbeck
Der Blick des Forschers
8. November 2007 6. Januar 2008

Abb.: »Robert Falcon«, Öl a. Lw, 160 x 160 cm
Zur Eröffnung der Ausstellung des Kunstvereins Bamberg e. V. im E.T.A.-Hoffmann-Theater
am Donnerstag, den 8. November 2007, um 18.00 Uhr
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Begrüßung: Annelie Grimm-Beickert, 1. Vorsitzende des Kunstvereins Bamberg
Einführung: Barbara Leicht, Kunstmuseum Erlangen
Musikalische Begleitung: Elisabeth Rießbeck, Flöte
Der Künstler ist anwesend.
Öffnungszeiten: während der Theatervorstellungen und der Vorverkaufszeiten
Eine Ausstellung des

im E.T.A.-Hoffmann-Theater • E.T.A.-Hoffmann-Platz 1 • 96047 Bamberg
»Unbestreitbar übt die extreme Natur der Polarregionen eine große Faszination aus nicht nur auf Künstler und Abenteurer. Ihre zum Teil spektakulären Erscheinungsformen, ihre grenzenlose Öde, ihre vom Menschen noch nicht überwundene Widerständigkeit, ihre Unmenschlichkeit Eigenschaften, die sich dem klassisch-romantischen Topos der »Erhabenheit« zuordnen lassen eröffnen speziell mir als Maler metaphorische Möglichkeiten, die über das Abbilden weit hinausführen. Die Natur der Polarregionen widersetzt sich dem abstumpfenden Gewöhnungsprozess durch ihre Maßlosigkeit. Der Mensch kann nicht Teil dieser Natur werden, sie ist eine Herausforderung, die einen entweder zum Rückzug zwingt sei es zurück in die Zivilisation, sei es in sich selbst oder zur Konfrontation nötigt.
Gerade diese Ambivalenz hat bei mir neben den reinen Landschaftsbildern in den letzten zwei Jahren zu einer Gruppe von Bildern geführt, auf denen dick vermummte Gestalten in eisiger Landschaft zu sehen sind. Angeregt wurden diese Bilder sowohl durch meine Fahrten mit der Polarstern und der Begegnung mit Polarforschern bei der Arbeit, aber mehr noch durch die Lektüre der manchmal heroisierenden Berichte historischer Polarexpeditionen.
Ich bezeichne diese Figuren als »Forscher«, obwohl eigentlich nichts an ihnen auf eine spezielle Tätigkeit hinweist. Weder ihr Handeln noch ihre Psyche wird ersichtlich, es bleibt offen, ob sie scheitern oder Erfolg haben. Nur ihre Ausgesetztheit in der Natur wird deutlich, die sie als Menschen in extremer Situation, als Grenzgänger, ja als »Avantgarde« ausweist.«
Gerhard Rießbeck
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